Uns trifft's: unsere Polizei, unsere Sicherheit

18 Stellen weniger bei der Luzerner Polizei für 2018

Die Symbolik ist klar: Eine Schere kappt die Stromzufuhr einer Polizeisirene. Das Blaulicht auf dem Streifenwagen bleibt aus. So präsentiert sich der Alarmbericht des Verbands Luzerner Polizei (VLP), in welchem vor verheerenden sicherheitspolitischen Konsequenzen infolge der kantonalen Sparpolitik gewarnt wird.

Die vom Kanton verordneten Sparmassnahmen bei der Luzerner Polizei seien gleichzusetzen mit einem erheblichen Sicherheits- und Dienstleistungsabbau zu Lasten der Bürgerinnen und Bürger, mahnt der Verband. 1,5 Millionen Franken werden für polizeiliche Leistungen gestrichen, das bedeutet 25’000 Stunden weniger präventive Polizeipräsenz, Stellenabbau, mehr Überstunden, geschlossene Polizeiposten am Wochenende und weniger Patrouillen – stell dir vor, du rufst die Polizei, doch keiner kommt.

Wer von einem Delikt betroffen ist, sei es Diebstahl, Bedrohung, Überfall, häusliche Gewalt oder Einbruch, müsse länger auf die Polizei warten oder gar ganz auf sie verzichten, konkretisiert die Luzerner Polizei-Gewerkschaft. Das komme nichts anderem als einer Einladung für Delinquenten gleich. Eine Einladung, die unter kriminellen Banden längst die Runde gemacht habe. Während Luzerner Polizistinnen und Polizisten ihre Arbeit nicht mehr sauber ausführen können, dürfen sich Kriminelle also über ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk freuen.

Was beim Abbau polizeilicher Leistungen besonders ins Gewicht fällt, ist die Strafverfolgung. Bussgelder für kleinere Delikte, zum Beispiel im Strassenverkehr, wegen Littering oder Lärmbelästigung, werden weiterhin beflissentlich eingetrieben. Zur Bearbeitung komplexer Fälle hingegen, etwa bei organisierter Kriminalität, fehlen nun die Ressourcen. «Wer übernimmt die Verantwortung, wenn sich ein Verdacht zum Delikt mit Personenschaden oder zum Wirtschaftsdelikt in Millionenhöhe entwickelt?», fragt sich der VLP.

Bei der Luzerner Kripo ist man längst am Anschlag. Simon Steger, Leiter der Fachgruppe Sexualdelikte, lässt in einem Interview mit der Tageszeitung «Der Bund» die schlechten Arbeitsbedingungen infolge des kantonalen Spardiktats durchblicken: «Zu wenig Leute, zu wenig Ressourcen, viel zu viele Fälle», so sein Fazit. Die Rahmenbedingungen seiner Arbeit würden ihn mindestens so sehr stören wie deren Inhalt – ziemlich happig, wenn man bedenkt, dass sich Steger mit Vergehen aus den Bereichen Kinderpornografie, Vergewaltigung, Menschenhandel und Prostitution befasst.